image

von Marlies Butting
,,Die Straße gleitet fort und fort,
weg von der Tür, wo sie begann,
weit Überland, von Ort zu Ort,
ich folge ihr, so gut ich kann.
Ihr Lauf ich raschen Fußes nach, bis sie sich groß und breit verflicht,
mit Weg und Wagnis tausendfach.
Und wohin dann? Ich weiß es nicht.‘‘
Dies ist ein Lied Hobbits aus der Herr der Ringe. Die meisten, die der Herr der Ringe gelesen oder geschaut haben, wissen das die Hobbits als die heimischen, in ihrem gemütlichen Alltagstrott lebenden, leicht trägen Personen dargestellt werden. Der Gedanke an Veränderung, Aufbruch, eine Reise oder gar ein Abenteuer erfüllt sie mit Angst und Unmut. Dennoch begeben sich 4 der Hobbits aus ihrem sicheren Heim, den fünf Tagesmahlzeiten und dem gewohnten Komfort auf eine unbestimmte Reise, die ihr Leben verändert, und schaffen es dort alle zu beeindrucken und zu verwundern.
Ich glaube jeder von uns kennt diesen Hobbit in sich drinnen, der sich danach sehnt auf der Couch zu liegen und einfach nichts zu tun, gemütlich Kaffee zu trinken und sich komplett geborgen zu fühlen. Und je älter man wird desto mehr hat man die Angst diese Geborgenheit und Sicherheit abzulegen. Doch wie in dem zitierten Lied befinden auch wir uns auf einer Reise, die uns mitreist und ins Leben bringt. Es heißt:
,,Die Straße gleitet fort und fort,
weg von der Tür, wo sie begann,
weit Überland, von Ort zu Ort,
ich folge ihr, so gut ich kann.‘‘
Wir alle befinden uns auf einer Reise vom der wir noch nicht ganz wissen, wo sie hingehen mag, aber wir leben jeden Tag vor uns hin, jeden Tag geschehen Dinge, die uns weiter von unserer vertrauten Tür wegbringen. Man kommt viel herum, lernt Menschen kennen, vergisst andere wieder eignet sich neues Wissen an und probiert dabei, möglichst nicht den Anschluss an seine Reisgefährten und das Leben zu verlieren und ohne Hindernisse in das Ziel zu gelangen.
,,Doch wohin dann? ”Ich weiß es nicht. ‘‘
Zwar bestreiten wir alle jeden Tag unsere Reise und arbeiten uns vorwärts um unser Ziel zu erlangen, doch ist oftmals doch die Frage, was mein eigentliches Ziel ist? Was erhoffe ich mir von meiner Reise, hört sie jemals auf oder geht sie mein ganzes Leben weiter. Ist es überhaupt möglich ein Ziel zu erreichen? Doch besonders prägend ist die Frage wie kann ich mein Ziel erreichen.
Eine Reise, die mein ganzes Leben dauert mit vielen Hindernissen, Verletzungen und Enttäuschungen, die mich wegführt von meiner vertrauten Sicherheit und Geborgenheit. Wie soll ich es schaffen eine solche Reise zu überstehen?
Ich habe mir die Frage mit meinem Lieblingsvers aus der Bibel beantwortet. Er lautet: ,,Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen‘‘
für mich wird darin klar, dass egal auf welchem Weg ich bin und welche Hindernisse sich mir in den Weg stellen ich durch Gott die Kraft habe weiter zu gehen. Immer aufs Neue, auch wenn mein Weg unbestimmt ist. Einige von euch, denen es schwerfällt so einfach zu glauben fragen sich bestimmt, wie das gehen soll. Wie soll Gott mir helfen, wenn ich die Trennung meiner Eltern verarbeiten soll, den Tod meiner Oma, den Streit mit meinem Freund?
Schaut einmal nach links und nach rechts. Sicherlich schaut ihr in bekannte, vertraute Gesichter. Gottes Liebe und Kraft offenbart sich oftmals durch die Menschen in unserem Leben, die die uns kennen und uns helfen wollen. Wenn wir uns untereinander eine Chance geben den anderen in das eigene Leben und die vielleicht beschwerliche Reise mitzunehmen und sich dabei ein Stück für den anderen zu öffnen, können wir gemeinsam mit unserer Kraft, der Aufmerksamkeit für den Anderen dem Vertrauen ineinander und mit Gott über Mauern springen auf der Suche nach einem neuen Ziel.